Mosbruch Führt Bürgerbefragung im Eilverfahren durch!

Nicht schlecht gestaunt haben am Donnerstag 08.10.2020 die Mosbrucher, als sie im Briefkasten ein Schreiben der Ortsgemeinde zum Abstimmungsverfahren zur Aufstellung einer Windkraftanlage WKA vorgefunden hatten. Dieses Verfahren wurde am Sonntag 11.10.2020 von 9:00 bis 13:00 Uhr im Gemeindehaus in Mosbruch durchgeführt.

 

Ergebnis: 56 Einwohner waren für die Aufstellung einer WKA und 49 dagegen, bei einer Wahlbeteiligung von 68,6 %.

 

Der Haken an dem ganzen Verfahren war neben der 3 Tage Frist von der Bekanntmachung bis zur Abstimmung die Festlegung, "dass mind. 75 % der wahlberechtigten Einwohner an dem Verfahren teilnehmen müssen. Ansonsten wird in einem Gemeinderatsbeschluss die Entscheidung gefällt." Da hätte sich der Gemeinderat auch den Aufwand für diese Scheinbefragung der Bürger sparen können!

 

Im Schreiben wird aufgeführt, „dass sich unser Klima rasant ändert und die Spuren anhand der Waldschäden bereits gut erkennbar sind.“ Da macht es Sinn, dass man einen 250 Meter hohen Windkraftgiganten mitten in einen noch gesunden Wald stellt und dafür mindestens ein Hektar Wald rodet und dauerhaft ökologisch entwertet. Dieser Hektar Wald würde laut Landesforsten Rheinland-Pfalz pro Jahr 338 t CO2 speichern. Der Flächenverbrauch für die Verbreiterung der Wirtschaftswege oder die 10 km Stromkabeltrasse bis zur Umspannanlage nach Ulmen ist dabei noch nicht berücksichtigt. Laut Windatlas RLP wird die für einen „wirtschaftlichen Betrieb“ erforderliche Windgeschwindigkeit an dem geplanten Standort im Kortenbüsch nicht erreicht! Die Mosbrucher WKA würde somit keinen positiven Beitrag zur Energiewende leisten. Im Gegenteil, wertvoller gesunder Eifelwald wird zerstört und der Natur und der Umwelt unwiederbringlicher Schaden zugefügt.

 

Zudem steht im Schreiben, dass die Mosbrucher „bei ihrer Entscheidung berücksichtigen sollen, dass Nachbargemeinden auch WKA planen.“ Ein alter Taschenspielertrick der Windkraftplaner. Auf einer Versammlung zum geplanten Windpark "Vierländereck Ehlert-Hunnert" wurde die Frage eines besorgten Gefeller Bürgers, nach dem von einer WKA erzeugten gesundheitsschädlichen Lärm, wie folgt vom Windkraftplaner beantwortet: „Das schlimmste Geräusch bei einer WKA ist das Klingeln der Euros im Beutel der Nachbargemeinde.“ Das erzählen die geschulten Herren in ihren schnieken Anzügen auch in der Nachbargemeinde und spielen somit die Gemeinden gegeneinander aus!

 

Aber planen alle Nachbargemeinden Windkraftanlagen? Der Ortsgemeinderat von Kelberg hatte sich mit 10 Zustimmungen, einer Ablehnung und 4 Enthaltungen klar gegen WKA in Kelberg und den Ortsteilen Köttelbach, Hünerbach, Zermüllen und Rothenbach ausgesprochen. Ebenfalls haben 66 % der Sarmersbacher, 84 % der Gefeller und 65 % der Utzerather Bürger in Bürgerbefragungen gegen weitere WKA auf dem Höhenrücken zwischen Daun, Kelberg und Ulmen gestimmt. Die Mosbrucher sollten die Entscheidungen der Nachbargemeinden akzeptieren und denen nicht gegen ihren Willen eine 250 Meter hohe WKA vor die Nase setzen. Da ist der Streit zwischen den Dörfern schon vorprogrammiert. Übrigens, eine 75 % mind. Teilnahme Klausel gab es bei keiner der hier aufgeführten Gemeinden!

 

Welche Gründe gibt es eigentlich für dieses Hau-Ruck-Verfahren? Angeblich würden der Windkraftplaner Guido Bost Engineering und der Betreiber ABO Wind enormen Druck auf den Gemeinderat ausüben. Immerhin geht es um ca. 10 Millionen Euro Investitionsvolumen für eine 250 Meter hohe WKA, da kann man schon mal nervös werden. Jedoch ist die Gemeinde der Grundstückseigentümer und der Eigentümer bestimmt was, wann und wie auf seinem Grundstück gebaut wird und nicht umgekehrt der Windkraftplaner und der Betreiber. Hier hat man im Mosbrucher Gemeinderat offensichtlich etwas falsch verstanden.

 

Der 250 Meter hohe Gigant ist oberhalb von Kelberg in Richtung Ulmen im Kortenbüsch (600 Meter ü. NN) geplant und die Gesamthöhe würde somit bei 850 Meter ü. NN liegen. Damit wäre die WKA 175 Meter höher als der Hochkelberg (675 Meter ü. NN), 173 Meter höher als die Nürburg (677 Meter ü. NN) und noch 103 Meter höher als die Hohe Acht (747 Meter ü. NN), die 3 höchsten Berge der Hocheifel. Die WKA hat 1.200 Meter Abstand zu Köttelbach, 1.300 Meter Abstand zu Kelberg (480 Meter ü. NN) und 1.500 Meter Abstand zu Mosbruch (490 Meter ü. NN) und würde die Gemeinden Mosbruch mit 360 Meter und Kelberg mit 370 Meter überragen. Zum Vergleich, die vorhandenen 9 Anlagen in Beinhausen, Sarmersbach und Katzwinkel haben eine Gesamthöhe zwischen 120 bis 140 Meter und sind somit nur halb so hoch wie die geplante Mosbrucher WKA.

 

Lieber Gemeinderat der Ortsgemeinde Mosbruch, jetzt liegt es an Euch. Fast die Hälfte der Mosbrucher Einwohner ist gegen die Aufstellung einer WKA und die Nachbargemeinden, die von dieser WKA am meisten betroffen sind, auch. Unsere Zukunft ist ein friedvolles Miteinander zum Gemeinwohl aller.

 

Deshalb: Keine Alleingänge einzelner Dörfer auf Kosten der Mitbürger und Nachbargemeinden! 

 

Die Fotomontagen sind aus den Gutachten des in 2017 eingestellten FNP-Verfahrens der VG Kelberg, in denen „nur“ 200 Meter hohe WKA abgebildet sind!