RAUMORDNUNGSVERFAHREN FÜR DIE ERRICHTUNG VON 8 BIS ZU 241 METER HOHEN WINDINDUSTRIEANLAGEN IN DER VG ADENAU ABGESCHLOSSEN!

Am 08.05.2020 wurde in den Mitteilungsblättern der VG Adenau und VG Kelberg veröffentlicht, dass die SGD Nord die Raumordnungsverfahren (ROV) für 4 Windenergieanlagen (WEA) im Windpark Reifferscheid und 4 WEA im Windpark Struth (Bauler, Pomster) abgeschlossen hat. Laut dem raumordnerischen Entscheid stehen der Errichtung von 8 bis zu 241 Meter hohen WEA raumordnerische Ziele und andere raumbedeutsame Maßnahmen nicht entgegen. Als nächstes kann jetzt die Stromflut Hocheifel GmbH aus Leimbach das immissionsschutzrechtliche Genehmigungsverfahren (BImSchV) bei der Kreisverwaltung Ahrweiler beantragen.

 

Alle 8 WEA sind auf bewaldeten Eifelhöhen im Landschaftsschutzgebiet Rhein-Ahr-Eifel, im 10 km Umkreis zum Kulturdenkmal Nürburg und im Vogelschutzgebiet Ahrgebirge geplant, das mit einer Ausdehnung von 33.000 Hektar das größte Vogelschutzgebiet in Rheinland-Pfalz ist. Pro WEA wird mindestens ein Hektar Wald gerodet und dauerhaft ökologisch entwertet. Nach den Angaben von Landesforsten speichern die Wälder in Rheinland-Pfalz pro Jahr und Hektar 338 t CO2. Für die beiden Windparks müssen somit ca. 80.000 m² bzw. 8 Hektar Wald gerodet werden, der 2.704 t CO2 pro Jahr speichert.

 

Zudem wird laut Windatlas RLP die für einen „wirtschaftlichen Betrieb“ erforderliche Windgeschwindigkeit von 6,2-6,4 m/sec. in 140 Meter Höhe auch für Schwachwindanlagen an diesen beiden Standorten nicht erreicht! Wie im Windpark Kürrenberg bei Mayen werden die WEA an 60 bis 70 Tagen im Jahr stillstehen und keinen Strom erzeugen. Die Auswertung der Daten der Bundesnetzagentur zeigt, dass an diesen Tagen nicht nur in der Eifel kein Wind weht, sondern Windflauten aufgrund von Großwetterlagen deutschlandweit auftreten.

Mit dem Ausbau von WEA wird in der Öffentlichkeit oft der Eindruck erweckt, wir kämen dem Atom- und Kohleausstieg und damit den Energiewende-Zielen näher. Tatsächlich ist der hiesige Ausstieg nur möglich, weil unsere Nachbarländer uns mit Lieferungen aus Kernenergie von maroden belgischen und französischen Pannenreaktoren (Tihange, Doel, Cattenom und Fessenheim) vor dem Blackout bewahren. Faktisch bringen die hiesigen Anlagen bei systemischer Betrachtung überhaupt keine CO2-Einsparung, tragen also nicht einmal symbolisch zum Klimaschutz bei.

FAKT IST: DIESE BEIDEN WINDPARKS LEISTEN KEINEN POSITIVEN BEITRAG ZUR ENERGIEWENDE UND DER ERZEUGTE STROM IST ALLES ANDERE ALS GRÜN. IM GEGENTEIL, WERTVOLLER EIFELWALD WIRD ZERSTÖRT UND SOMIT DER NATUR UND DER UMWELT UNWIEDERBRINGLICHER SCHADEN ZUGEFÜGT.

Wer glaubt, er könnte mit den beiden Windparks die leeren Kassen der Gemeinden füllen, der hat bei seiner Kalkulation die Immobilienwertverluste (laut Zeitschrift Haus & Grund bis zu 23%), Verluste aus Jagdpachteinnahmen, Versicherungen, Pflege, Mulchen, Winterdienst, Rückbaukosten usw. nicht eingeplant. Bei den beiden Windparks geht es um ca. 40 bis 60 Millionen Euro Investitionsvolumen. Den Kuchen teilen Banken, Anlagenhersteller, Baufirmen, Wartungsfirmen, Projektierer, Gutachter und Windparkbetreiber unter sich auf. Bezahlen dürfen dies alle Stromverbraucher über die EEG-Umlage und die Anwohner zusätzlich noch mit Enteignung, ihrer Gesundheit und der Zerstörung Ihrer Heimat.

 

Die bis zu 241 Meter hohen WEA haben die folgenden Abstände zu den umliegenden Gemeinden:

  • 1.055 m Reifferscheid
  • 1.228 m Rodder
  • 1.347 m Fuchshofen
  • 1.212 m Bauler
  • 1.338 m Wiesemscheid
  • 1.442 m Pomster

Jetzt werden wieder einige sagen, die beiden Windparks geht nur die demokratisch gewählten Bürgermeister und Gemeinderatsmitglieder aus Bauler, Pomster und Reifferscheid was an. NEIN, die Zerstörung der Natur und unserer einzigartigen Eifellandschaft unter dem Deckmantel Klimaschutz und Energiewende geht uns ALLE was an.

 

„Alternative Energiegewinnung ist unsinnig, wenn sie genau das zerstört, was sie eigentlich bewahren will: Die Natur“

Reinhold Messner

 

Sprechen Sie die Bürgermeister und Gemeinderatsmitglieder auf Ihre Sorgen und Befürchtungen an und zeigen Sie den gewählten Vertretern, dass die Mehrheit der Bevölkerung dies kritisch sieht und Windindustrieanlagen auf bewaldeten Eifelhöhen missbilligt.